Feine Runde #4: Doppelt platt hält besser – Was wirklich in die Satteltasche gehört

Manche Tage starten schon bescheiden – und dieser Freitag war genau so einer. Noch bevor ich morgens überhaupt aufs Rad steigen kann, um in die Arbeit zu rollen, stelle ich fest: Hinterreifen komplett platt.

Zur Dultzeit in Regensburg leider nichts völlig Ungewöhnliches. Scherben gehören da gefühlt zum Straßenbild. Also schnell Hinterrad raus, Mantel runter, Scherbe aus der Lauffläche gefischt, neuen Schlauch rein, alles wieder montiert und auf Druck gebracht.

Für einen geübten Schrauber ist das eine Sache von fünf Minuten. Für viele andere kann ein platter Reifen unterwegs aber schnell 20 Minuten Fluchen – oder das vorzeitige Ende der Tour bedeuten. Als ich dann am Nachmittag die Bikes für unsere Feine Runde vorbereiten will, folgt der nächste Dämpfer: Eines der Testräder steht ebenfalls mit einem Platten im Laden.

Zwei Plattfüße an einem Tag sind schon eine ordentliche Portion Pech.

Während unserer Ausfahrt erzähle ich die Geschichte – und prompt entwickelt sich eine lebhafte Diskussion über Fahrradpannen, das richtige Werkzeug und eine Frage, bei der die Meinungen durchaus auseinandergehen können:

Was gehört eigentlich wirklich in die Satteltasche?

Wie man einen Fahrradschlauch flickt oder wechselt, erkläre ich hier nicht. Dazu gibt es genügend gute Tutorials. Mir geht es vielmehr darum, wie man sich für eine Panne unterwegs sinnvoll ausrüstet, damit ein kleines Problem nicht gleich den ganzen Tag ruiniert.

Egal ob E-Bike, High-End-Rennrad oder Gravel-Einsteiger: Es gibt Dinge, die meiner Meinung nach immer mitfahren sollten, sinnvolle Extras für längere Touren – und Werkzeug, das man getrost zu Hause lassen kann.

Was wirklich in die Satteltasche fürs Gravelbike gehört.

Was gehört in die Satteltasche? Das absolute Pflichtprogramm

Diese Sachen wiegen nicht viel, passen in eine kleine Satteltasche und retten dir im Ernstfall ziemlich zuverlässig den Hintern.

  • Ersatzschlauch – auch bei Tubeless

    Ein passender Ersatzschlauch gehört für mich immer dazu. Achtet dabei nicht nur auf die richtige Reifengröße, sondern auch auf die passende Ventillänge. Und ja: Auch wer tubeless, also schlauchlos, fährt, sollte gerade auf längeren Runden einen Notschlauch dabeihaben. Wenn sich ein größerer Defekt unterwegs nicht mehr abdichten lässt, kann der Schlauch die Tour retten. Mein Tipp für die Satteltasche ist ein TPU-Schlauch. Er ist sehr kompakt, leicht und benötigt deutlich weniger Platz als ein klassischer Butylschlauch.
  • Mindestens zwei Reifenheber

    Ohne Reifenheber wird ein Schlauchwechsel bei manchen Reifen-Felgen-Kombinationen schnell zum Geduldsspiel. Ich würde mindestens zwei stabile Kunststoff-Reifenheber einpacken. Von Werkzeug aus Metall würde ich an dieser Stelle die Finger lassen. Damit riskiert ihr Beschädigungen am Felgenband oder unschöne Spuren an der Felge.
  • Minipumpe oder elektrische Minipumpe

    Luft muss nach dem Schlauchwechsel natürlich wieder in den Reifen. Eine klassische Minipumpe funktioniert zuverlässig und unabhängig von Akkustand oder Kartuschen. Eine elektrische Minipumpe ist komfortabler und spart Zeit und Schweiß. CO₂-Kartuschen funktionieren ebenfalls. Sie sind klein und schnell, produzieren allerdings nach jeder Benutzung eine leere Kartusche und müssen anschließend ersetzt werden. Was ihr bevorzugt, ist am Ende Geschmackssache. Hauptsache, ihr habt unterwegs überhaupt eine Möglichkeit, wieder Luft in den Reifen zu bekommen.
  • Ein gutes Minitool

    Es muss kein halber Werkzeugkasten sein. Wichtig sind vor allem die am eigenen Fahrrad benötigten Inbusschlüssel – häufig 3, 4, 5 und 6 Millimeter – sowie bei vielen Rädern ein Torx T25. Bei manchen Minitools kommen noch Kettennieter und diverse weitere Funktionen dazu. Einige davon sind unterwegs wirklich nützlich, andere verwendet man vermutlich nie. Ich persönlich nutze gerne eine Miniratsche. Sie ist kompakt und für mich deutlich angenehmer in der Handhabung.
Fahrrad-Pannenset mit Ersatzschlauch, Minipumpe, Reifenheber und Minitool

Fahrrad-Pannenset für längere Touren: die sinnvolle Kür

Für die Runde nach Feierabend muss nicht alles mit. Wenn die Gravel-Tour aber länger wird oder ihr irgendwo unterwegs seid, wo der nächste Fahrradladen nicht gerade um die Ecke liegt, dürfen ein paar zusätzliche Dinge in die Satteltasche.

  • Kettenschloss und Kettennieter

    Eine gerissene Kette kommt nicht ständig vor. Wenn sie reißt, ist allerdings ziemlich schnell Schluss mit lustig. Ein passendes Kettenschloss beziehungsweise ein Nietstift und ein kleiner Kettennieter können dann darüber entscheiden, ob ihr weiterfahrt oder abgeholt werden müsst. Bei einigen guten Minitools ist der Kettennieter bereits integriert.
  • Selbstklebende Flicken

    Der klassische Fall: Ihr habt den Ersatzschlauch gerade eingebaut – und 15 Kilometer später findet der nächste Dorn den Weg in den Reifen. Ein paar selbstklebende Flicken brauchen praktisch keinen Platz und verschaffen euch in dieser Situation noch eine zweite Chance. Nach meinen zwei Platten an einem Tag erscheint mir dieser Punkt gerade besonders überzeugend.
  • Eine kleine Portion Kettenöl

    Ob die Kettenpflege vor der Abfahrt vergessen wurde oder euch unterwegs ein kräftiger Regenschauer erwischt: Eine trockene und laut werdende Kette kann auf einer längeren Tour ziemlich nerven. Für längere Fahrten kann deshalb auch eine kleine Portion Kettenöl sinnvoll sein. Nicht die Familienpackung. Wir reden immer noch von einer Satteltasche.
  • Kleines Erste-Hilfe-Set

    Werkzeug fürs Fahrrad wird meistens sorgfältig eingepackt. Werkzeug für den Fahrer deutlich seltener. Ein kleines Erste-Hilfe-Set wird gerne vergessen, kann bei einem Sturz oder einer Verletzung aber wichtiger werden als jeder zweite Inbusschlüssel. Gerade auf längeren Touren gehört es für mich deshalb dazu.

Was kann aus der Satteltasche raus?

Beim Fahrrad-Pannenset gilt nicht: Viel hilft viel. Alles, was ihr einpackt, müsst ihr schließlich auch spazieren fahren. Einige Dinge können deshalb in den meisten Fällen getrost in der Werkstatt bleiben.

  • Schraubenschlüssel und Zangen

    An modernen Gravelbikes findet man kaum noch klassische Sechskantmuttern, für die unterwegs ein großer Schraubenschlüssel notwendig wäre. Eine ausgewachsene Zange nimmt ebenfalls viel Platz ein und wird auf normalen Touren praktisch nie gebraucht.
  • Schalt- und Bremszüge

    Die Wahrscheinlichkeit, unterwegs tatsächlich einen Schalt- oder Bremszug ersetzen zu müssen, ist relativ gering. Hinzu kommt, dass mittlerweile viele Räder mit elektronischer Schaltung und hydraulischen Bremsen unterwegs sind. Das Ersatzteil kann also zu Hause bleiben.
  • Großes Werkstattwerkzeug

    Werkzeug für die Werkstatt ist häufig bewusst so gebaut, dass es gut in der Hand liegt, viel Kraft übertragen kann oder mit einem langen Hebel arbeitet. Das ist am Montagmorgen an der Werkbank hervorragend. In der Satteltasche eher nicht. Für unterwegs ist klein, passend und funktional die bessere Devise.

Die ideale Satteltasche? So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Am Ende muss nicht jede Satteltasche gleich aussehen. Wer 20 Kilometer rund um Regensburg fährt und jederzeit jemanden anrufen könnte, braucht eine andere Ausstattung als jemand, der einen kompletten Tag auf abgelegenen Gravelwegen verbringt.


Mein persönliches Grundprinzip wäre: Ersatzschlauch, Reifenheber, Pumpe und Minitool gehören immer mit.  Alles Weitere richtet sich nach Tour, Entfernung und persönlichem Sicherheitsbedürfnis.

Und ganz wichtig: Schaut euch euer Werkzeug auch einmal vor der ersten Panne an. Der beste Kettennieter der Welt bringt wenig, wenn man erst irgendwo im Wald herausfinden muss, wo er sich am Minitool versteckt.

Zwei Platten – trotzdem eine Feine Runde

Trotz der morgendlichen Schrauberei und des zweiten Platten am Nachmittag hatten wir bei unserer Feinen Runde wieder eine richtig gute Zeit auf den Schotterpisten rund um Regensburg. Man fährt gemeinsam Rad, tauscht Erfahrungen aus, bekommt neue Ideen – und manchmal entsteht aus zwei platten Reifen eben der nächste Blogbeitrag.

Wollt ihr beim nächsten Mal dabei sein?

Jeden Freitag um 16:00 Uhr geht es bei Feine Räder in Regensburg los. Kommt einfach mit eurem eigenen Gravelbike vorbei. Und wenn ihr noch keines habt oder das Graveln erst einmal ausprobieren möchtet, könnt ihr euch vorab ein kostenloses STEVENS-Testrad in passender Größe reservieren.

Bis nächsten Freitag – und möglichst pannenfreie Fahrt!

Stevens

E-Molveno Gent/Lady/Forma

E-Trekking, Alltag & City

Preis: 2.299,00 €

Outletpreis: 1.749,00 €

Öffnungszeiten:

Di – Fr 10:00 – 13:00 + 14:00 – 18:00 Uhr

Sa 10:00 – 16:00 Uhr

Adresse:

Lappersdorfer Straße 2

93059 Regensburg

Öffnungszeiten:

Di – Fr 10:00 – 13:00 + 14:00 – 18:00 Uhr

Sa 10:00 – 16:00 Uhr

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Lappersdorfer Straße 2

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