Nachlese: MEHRRAD! in Regensburg: Kann Regensburg Fahrradstadt werden?
Wie kann aus einer vom Auto geprägten Stadt eine Stadt werden, in der das Fahrrad selbstverständlich zum Alltag gehört?
Dieser Frage widmete sich die MEHRRAD!-Veranstaltung am Montag, 6. Juli 2026, bei Feine Räder in Regensburg. Unter dem Titel „Münster – Tübingen – Regensburg: Kann Regensburg auch Fahrradstadt?“ kamen unterschiedliche Perspektiven aus Mobilitätsberatung, Fahrradwirtschaft, Stadtentwicklung und Kommunalpolitik zusammen.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die bekannten Beispiele Münster und Tübingen. Entscheidend war vor allem die Frage, was Regensburg aus erfolgreichen Entwicklungen anderer Städte für den eigenen Weg mitnehmen kann.
Unterschiedliche Perspektiven – ein gemeinsames Thema
Mit Isabell Eberlein von velo_konzept war eine ausgewiesene Mobilitätsexpertin zu Gast, die Fahrradkultur, urbane Lebensqualität und nachhaltige Mobilität seit vielen Jahren begleitet und mitgestaltet.

Jens Landwehr von Riese & Müller brachte die Sicht der Fahrradwirtschaft ein. Gerade hochwertige E-Bikes, Lastenräder und alltagstaugliche Mobilitätslösungen zeigen, wie sehr sich das Fahrrad in den vergangenen Jahren vom Freizeitgerät zu einem ernstzunehmenden Verkehrsmittel entwickelt hat.

Mit Dr. Helene Sigloch, 2. Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, war auch die kommunalpolitische Perspektive vertreten. Denn eine fahrradfreundlichere Stadt entsteht nicht allein durch gute Ideen oder einzelne Maßnahmen. Sie braucht langfristige Entscheidungen, klare Prioritäten und ein Zusammenspiel von Stadtplanung, Infrastruktur, Wirtschaft und Stadtgesellschaft.

Die Moderation der anschließenden Diskussion übernahm Andreas Eckl, 1. Vorsitzender des Architekturkreis Regensburg. Er führte die unterschiedlichen Blickwinkel zusammen und öffnete den Raum für Fragen, Anregungen und Kritik aus dem Publikum.

Als Gastgeber bot Ulrich Schmack mit Feine Räder Regensburg den passenden Rahmen für einen Abend, an dem Fahrradkultur, Stadtentwicklung und konkrete Zukunftsfragen zusammenkamen.

Fahrradstadt ist mehr als ein Radweg
Eine echte Fahrradstadt entsteht nicht über Nacht und auch nicht allein durch neue Radwege. Sie zeigt sich im Alltag: in sicheren Verbindungen, guten Abstellmöglichkeiten, durchdachten Kreuzungen, kurzen Wegen, verlässlicher Orientierung und einer Infrastruktur, die Menschen aller Altersgruppen gerne und sicher nutzen können.
Münster und Tübingen stehen dabei beispielhaft für Städte, die den Radverkehr über viele Jahre hinweg konsequent weiterentwickelt haben. Für Regensburg geht es nicht darum, diese Beispiele einfach zu kopieren. Viel spannender ist die Frage, welche Ideen zur Stadt, ihren Quartieren, ihren Wegen und ihrem Lebensgefühl passen.
Der Abend bei Feine Räder hat dafür einen wichtigen Impuls gesetzt: Fahrradfreundliche Mobilität ist kein Nischenthema. Sie berührt Stadtentwicklung, Klimaschutz, Aufenthaltsqualität, Gesundheit, Wirtschaft und die Frage, wie wir uns künftig in unserer Stadt bewegen möchten.
Ein lebhafter Abend mit viel Potenzial
Die Eindrücke des Abends und die entstandenen Bilder zeigen: Das Thema bewegt. Zwischen den Vorträgen und in der anschließenden Diskussion entstand ein lebhafter Austausch mit unterschiedlichen Erfahrungen, Erwartungen und Blickwinkeln.
Genau dafür ist MEHRRAD! da: Menschen zusammenzubringen, gute Fragen zu stellen und Fahrradkultur in Regensburg sichtbar zu machen.
Wir bedanken uns herzlich bei Isabell Eberlein, Jens Landwehr, Dr. Helene Sigloch und Andreas Eckl für ihre Impulse und den offenen Austausch. Ebenso gilt unser Dank allen Gästen, die den Abend mit ihren Fragen, Gedanken und ihrem Interesse bereichert haben.
Die Frage, ob Regensburg Fahrradstadt werden kann, ist damit sicher nicht abschließend beantwortet. Aber sie wurde an diesem Abend mit vielen Perspektiven, viel Engagement und einem klaren Blick nach vorn weitergedacht.
MEHRRAD! – weil eine gute Fahrradstadt gemeinsam entsteht.