Feine Runde #5: Radfahren in der Gruppe – Regeln und Handzeichen fürs Peloton

Frisch aus dem Slowenien-Urlaub zurück – und direkt wieder aufs Gravelbike. Einen angenehmeren Wiedereinstieg kann man sich eigentlich kaum wünschen. Für diese Feine Runde sind wir nur zu dritt unterwegs und rollen durch das langsam herbstlich werdende Regensburger Umland.

Die Blätter bekommen Farbe, die Luft wird kühler und am späten Nachmittag merkt man inzwischen ziemlich deutlich, dass die Tage kürzer werden. Und damit beginnt genau die Jahreszeit, in der das Rad manchmal schon bereitsteht – der innere Schweinehund aber trotzdem ziemlich überzeugend argumentiert, dass das Sofa eigentlich auch ganz schön wäre.

Alleine vielleicht. In der Gruppe sieht die Sache anders aus.

Sicher Rad fahren in der Gruppe: Feine Runde #5 erklärt wichtige Regeln und Handzeichen fürs Peloton – plus Gravel-Ausfahrt in Regensburg.

Warum Radfahren in der Gruppe gerade im Herbst gut tut

Wer regelmäßig mit anderen fährt, kennt den Effekt: Ist eine gemeinsame Runde ausgemacht, steigt man eben aufs Rad. Und meistens dauert es keine zehn Minuten, bis man sich fragt, warum man vorher überhaupt überlegt hat.

Dabei ist es gar nicht nur die zusätzliche Motivation. Für mich gehört Radfahren ohnehin zu den sozialsten Sportarten überhaupt. Im lockeren Grundlagenbereich nebeneinander über Schotter rollen, den Arbeitstag hinter sich lassen und dabei einfach reden – das funktioniert erstaunlich gut. Über die letzte Tour. Neue Räder. Schraubereien. Urlaub. Oder über Dinge, die mit Fahrrädern überhaupt nichts zu tun haben.

Man teilt die Anstrengung, wartet aufeinander und erlebt gemeinsam etwas. Und irgendwann merkt man, dass aus Leuten, mit denen man gelegentlich Rad fährt, ziemlich schnell Bekannte – und manchmal echte Freunde – werden. Gerade im Herbst kommt noch etwas hinzu: Gemeinsam unterwegs zu sein gibt Sicherheit.

Mehrere Fahrradlichter werden besser wahrgenommen. Bei einer Panne steht man nicht alleine irgendwo zwischen Regensburg und dem nächsten Schotterweg. Und wenn Gegenwind aufkommt, ist gegen ein bisschen Windschatten auch nichts einzuwenden. Damit eine Gruppenfahrt aber wirklich entspannt bleibt, braucht es ein paar einfache Regeln.

Radfahren im Peloton: Berechenbarkeit ist wichtiger als Geschwindigkeit

Wer zum ersten Mal in einer engeren Gruppe fährt, muss sich zunächst daran gewöhnen, dass hinter und neben einem ständig andere Fahrräder unterwegs sind.

Das Entscheidende dabei ist nicht fahrerisches Heldentum. Es ist Berechenbarkeit. Die Person hinter mir muss möglichst gut einschätzen können, was ich im nächsten Moment tun werde. Deshalb gibt es einige Grundregeln, die eine gemeinsame Ausfahrt erheblich sicherer und entspannter machen.

  1. Linie halten und ruhig fahren
    Plötzliche Schlenker oder abruptes Bremsen sind in einer Gruppe keine gute Idee. Fahrt möglichst gleichmäßig und schaut nicht nur auf das Hinterrad direkt vor Euch, sondern auch weiter voraus. Je früher Ihr eine Situation erkennt, desto ruhiger könnt Ihr reagieren. Muss tatsächlich stark gebremst oder ausgewichen werden, warnt die anderen zusätzlich mit einem Handzeichen oder Zuruf.
  2. Vorderräder nicht überlappen lassen
    Besonders bei engerem Fahren sollte das eigene Vorderrad nicht seitlich neben dem Hinterrad des Vorausfahrenden stehen. Warum? Muss die Person vorne plötzlich einem Schlagloch, Ast oder größeren Stein ausweichen, kann sie seitlich in Euer Vorderrad geraten. Eine kleine Bewegung reicht dann unter Umständen für einen Sturz. Etwas Abstand kostet kaum Kraft – schafft aber wertvolle Reaktionszeit.
  3. Auch am Berg gleichmäßig bleiben
    Beim Anstieg verändert sich der Rhythmus einer Gruppe schnell. Besonders beim Wechsel vom Sitzen in den Wiegetritt bewegt sich das Fahrrad für einen kurzen Moment relativ zur Gruppe nach hinten. Wer dicht dahinter fährt, sollte darauf vorbereitet sein. Deshalb gilt auch hier: gleichmäßig fahren und hektische Tempowechsel vermeiden.

 

Niemand gewinnt bei unserer Feinen Runde einen Bergpreis. Wir wollen gemeinsam oben ankommen.

Handzeichen beim Radfahren in der Gruppe: Die Augen der anderen mitbenutzen

Je dichter eine Gruppe fährt, desto weniger sieht man von dem, was einige Meter weiter vorne passiert. Ein Schlagloch, Glasscherben oder ein Ast auf dem Weg wird von den hinteren Fahrern möglicherweise erst sichtbar, wenn Ausweichen kaum noch möglich ist.

Deshalb sind die Fahrer vorne gewissermaßen die Augen der Gruppe.

Bestimmte Handzeichen und Zurufe haben sich bei gemeinsamen Ausfahrten etabliert. Wichtig dabei: Die genaue Ausführung kann sich von Gruppe zu Gruppe etwas unterscheiden. Deshalb sollte gerade bei neuen Teilnehmern vor der Abfahrt kurz geklärt werden, welche Zeichen verwendet werden.

Auch der ADFC empfiehlt für Gruppenfahrten, Gefahren und Richtungsänderungen durch Handzeichen beziehungsweise Zurufe nach hinten weiterzugeben.

  • Hindernis auf der Fahrbahn oder dem Weg
    Mit der Hand beziehungsweise einem Finger nach unten auf die betreffende Seite zeigen. Damit warnen wir beispielsweise vor: Schlaglöchern, tiefem oder losem Schotter, Ästen, Glasscherben, größeren Steinen oder nassen Wurzeln. Das Zeichen sollte von den Nachfolgenden möglichst nach hinten weitergegeben werden.
  • Hindernis umfahren
    Eine Wischbewegung mit der Hand hinter dem Rücken signalisiert, dass die Gruppe ihre Fahrlinie verändern muss. Das kann beispielsweise bei einem parkenden Auto, einer Engstelle, einem Fußgänger oder einem anderen Hindernis notwendig sein. Wichtig ist auch hier: nicht plötzlich ausscheren, sondern die Bewegung frühzeitig ankündigen.
  • Tempo herausnehmen
    Eine flache Hand nach unten, die auf und ab bewegt wird, bedeutet: Geschwindigkeit reduzieren und bremsbereit sein. Gerade vor Kreuzungen, unübersichtlichen Stellen oder wenn die Gruppe vorne langsamer wird, verhindert dieses Zeichen den klassischen Ziehharmonika-Effekt.
  • Stopp
    Eine deutlich angehobene flache Hand signalisiert der Gruppe: Achtung beziehungsweise anhalten.
    Das ist beispielsweise an einer roten Ampel, einer Vorfahrtsstraße oder vor einer anderen Situation sinnvoll, in der die gesamte Gruppe zum Stillstand kommen muss.
  • Und manchmal ist Rufen einfach besser
    Nicht jede Situation lässt sich elegant mit einer Handbewegung lösen. Deshalb gehören Zurufe genauso zur Kommunikation in der Gruppe:

    „Auto von vorne!“
    „Auto von hinten!“
    „Scherben!“
    „Loch!“


Lieber eine Warnung zu viel durch die Gruppe geben als eine zu wenig.

Nebeneinander fahren? Ja – aber mit Rücksicht

Bei einer entspannten Runde gehört das Gespräch für uns dazu. Und dafür fährt man natürlich gerne einmal nebeneinander. Auch rechtlich ist Nebeneinanderfahren mit dem Fahrrad grundsätzlich erlaubt, solange dadurch anderer Verkehr nicht behindert wird. In Fahrradstraßen dürfen Radfahrende grundsätzlich nebeneinander fahren. Für geschlossene Verbände ab 16 Radfahrenden gelten wiederum besondere Regelungen. Für unsere Feine Runde ist trotzdem eine andere Regel viel wichtiger:

Wir fahren miteinander – und mit Rücksicht auf alle anderen, die unterwegs sind.

Wenn die Strecke enger oder unübersichtlich wird, Gegenverkehr kommt oder jemand überholen möchte, ordnen wir uns entsprechend ein.

Das vielleicht wichtigste Handzeichen fehlt noch

Bei all den Regeln, Zeichen und Warnrufen gibt es übrigens noch eines, das bei keiner Gravelrunde fehlen darf:

der Gruß an die anderen Menschen auf Renn- und Gravelrädern.

Ob kurzes Handheben, Nicken oder ein freundliches „Servus“ – schließlich sind wir alle aus demselben Grund draußen. Und darum geht es bei der Feinen Runde. Nicht um Wattwerte. Nicht um Bestzeiten. Und auch nicht darum, wer am Freitag die schnellsten Beine mitgebracht hat. Sondern darum, gemeinsam Rad zu fahren.

Lust auf eine gemeinsame Gravel-Ausfahrt in Regensburg?

Unsere Feine Runde startet jeden Freitag um 16:00 Uhr bei Feine Räder in Regensburg. Wir fahren ungefähr 25 Kilometer in gemütlichem, einsteigerfreundlichem Tempo. Wir starten gemeinsam und kommen auch gemeinsam an.

Du hast Lust mitzufahren, aber noch kein eigenes Gravelbike? Auch das ist kein Problem.

Für die Feine Runde stehen kostenlose STEVENS-Testräder zur Verfügung. Reserviere Dir am besten vorab die passende Größe bei uns im Laden – dann stellen wir das Rad vor der Abfahrt kurz auf Dich ein. → Alles zur Feinen Runde und unseren Gravel-Ausfahrten rund um Regensburg

Also: Licht ans Rad, eine Schicht mehr einpacken – und raus aus dem Herbstblues.

Bis Freitag – feine Grüße und passt aufeinander auf!

Stevens

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Öffnungszeiten:

Di – Fr 10:00 – 13:00 + 14:00 – 18:00 Uhr

Sa 10:00 – 16:00 Uhr

Adresse:

Lappersdorfer Straße 2

93059 Regensburg

Öffnungszeiten:

Di – Fr 10:00 – 13:00 + 14:00 – 18:00 Uhr

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