Radfahren & Gesundheit: Das war unser MEHRRAD!-Abend mit Health Campus
Wie gesund ist Radfahren eigentlich? Reicht regelmäßiges Radfahren als Bewegung aus? Und was kann man tun, wenn Knie, Rücken, Nacken oder Hände auf längeren Strecken Probleme machen?
Um solche Fragen ging es am 6. September bei unserem MEHRRAD!-Abend „Radfahren & Gesundheit“ bei Feine Räder in Regensburg.
Gemeinsam mit Niclas Heumann vom Health Campus Regensburg haben wir einen Abend lang nicht nur über Bewegung gesprochen. Es wurde ausprobiert, getestet, nachgefragt – und zwischendurch auch ein wenig geschwitzt.
Dass das Thema viele Menschen beschäftigt, zeigte sich schon beim Blick in die gut besuchte Runde.
Radfahren ist ein ziemlich guter Anfang
Eine der zentralen Botschaften von Niclas an diesem Abend war erfreulich einfach:
Radfahren bringt Bewegung in den Alltag.
Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, Einkäufe erledigt oder regelmäßig Touren unternimmt, verbindet Mobilität mit körperlicher Aktivität – oft ohne dafür zusätzlich Zeit für ein klassisches Ausdauertraining einplanen zu müssen.
Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich unter anderem positiv auf Herz-Kreislauf-Gesundheit, Stoffwechsel und körperliche Leistungsfähigkeit aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO (Quelle) empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 bis 300 Minuten moderate aerobe Bewegung pro Woche oder entsprechend 75 bis 150 Minuten bei höherer Intensität.
Für viele Menschen kann das Fahrrad helfen, einen Teil dieser Bewegung ganz selbstverständlich in den Alltag zu integrieren.
Doch eine weitere Botschaft des Abends war ebenso wichtig:
Radfahren allein deckt nicht automatisch alles ab, was unser Körper braucht.
Warum Krafttraining auch für Radfahrer sinnvoll ist
Deshalb blieb es bei MEHRRAD! an diesem Abend nicht beim Fahrrad.
Niclas zeigte, warum ergänzendes Krafttraining insbesondere für Muskulatur, Stabilität und Belastbarkeit sinnvoll sein kann. Auch die WHO (Quelle) empfiehlt Erwachsenen an mindestens zwei Tagen pro Woche muskelkräftigende Aktivitäten für alle großen Muskelgruppen.
Und weil sich Theorie leichter merkt, wenn man sie selbst ausprobiert, wurde es zwischendurch praktisch.
Kniebeugen und Deadlifts sorgten nicht nur für Bewegung im Raum, sondern machten unmittelbar deutlich, dass wirkungsvolles Krafttraining nicht zwangsläufig kompliziert sein muss.
Niclas zeigte einfache Grundlagen und gab Anregungen mit, die sich auch außerhalb eines Fitnessstudios in den Alltag integrieren lassen.
Weitere Übungen und Informationen stellt der Health Campus Regensburg auch online zur Verfügung.
Beweglichkeit lässt sich nicht nur auf dem Fahrrad testen
Zum Ende des Abends wurde es noch einmal praktisch.
Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern schaute Niclas auf das Thema Mobilität und Beweglichkeit.
Dabei wurde schnell klar, warum diese Fähigkeiten auch auf dem Fahrrad wichtig sind.
Ein Schulterblick im Stadtverkehr, eine längere gebeugte Sitzposition oder viele Stunden im Sattel stellen unterschiedliche Anforderungen an den Körper. Einschränkungen müssen dabei nicht sofort Beschwerden verursachen – können aber beeinflussen, wie wohl und sicher wir uns auf dem Fahrrad bewegen.
Mit einfachen Selbsttests konnten die Anwesenden einen Eindruck davon bekommen, wo die eigene Beweglichkeit gut funktioniert und wo ergänzende Übungen sinnvoll sein könnten.
Wenn nicht der Körper, sondern das Fahrrad angepasst werden sollte
An dieser Stelle trafen die beiden Perspektiven des Abends unmittelbar aufeinander.
Denn nicht alles lässt sich durch Training lösen.
Manchmal passt schlicht die Einstellung des Fahrrads nicht optimal zum Menschen darauf.
Dominik Graf zeigte deshalb, wie Feine Räder bei der individuellen Fahrradberatung und ergonomischen Anpassung vorgeht.
Bereits bei der Auswahl eines neuen Fahrrads spielen Körpermaße und Geometrie eine wichtige Rolle. Mit dem Smartfit-System können Körperdaten mit den Geometriedaten unterschiedlicher Fahrräder abgeglichen werden. So lassen sich geeignete Rahmengrößen eingrenzen und beispielsweise Sitzhöhe und Grundeinstellung vorbereiten.
Feine Räder setzt auch in der regulären Fahrradberatung auf Vermessung, Bedarfs- und Körperanalyse sowie anschließende Probefahrt.
Schmerzen beim Radfahren sollte man nicht einfach hinnehmen
Ein Punkt war Dominik dabei besonders wichtig:
Schmerzen oder Taubheitsgefühle beim Radfahren sind kein Zustand, mit dem man sich einfach abfinden sollte.
Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein.
Sattelhöhe, Sattelposition, Reichweite zum Lenker, Lenkerhöhe, Griffe oder der Sattel selbst beeinflussen, wie der Körper auf dem Fahrrad belastet wird. Genau diese Zusammenhänge standen bereits im Mittelpunkt unseres ursprünglichen MEHRRAD!-Beitrags rund um Radfahren und Gesundheit.
Bei einer vertiefenden Ergonomieberatung kann deshalb Schritt für Schritt geprüft werden, welche Anpassungen am vorhandenen Fahrrad sinnvoll sind.
Dazu kann beispielsweise auch eine Sitzknochenvermessung gehören, um einen zur individuellen Anatomie passenden Sattel auszuwählen.
Nicht die vermeintlich perfekte Zahl entscheidet dabei, sondern das Zusammenspiel aus Mensch, Fahrrad, Fahrstil und Einsatzzweck.
Gesundheit auf dem Fahrrad beginnt nicht erst beim Sport
Vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis des Abends.
Gesundes Radfahren muss nicht bedeuten, Trainingspläne zu führen, Leistungsdaten auszuwerten oder jedes Wochenende möglichst viele Kilometer zu sammeln.
Schon alltägliche Wege können Bewegung bedeuten.
Ergänzendes Krafttraining kann den Körper unterstützen.
Beweglichkeit lässt sich trainieren.
Und ein Fahrrad kann so eingestellt werden, dass es besser zum Menschen darauf passt.
Aus vielen kleinen Bausteinen entsteht damit etwas, das wesentlich wichtiger ist als die perfekte Trainingswoche:
langfristig Freude an Bewegung zu haben.
Drei Gedanken, die vom MEHRRAD!-Abend bleiben
Wenn wir den Abend auf drei Punkte reduzieren müssten, wären es diese:
- Radfahren ist eine hervorragende Möglichkeit, regelmäßige Bewegung in den Alltag einzubauen.
- Auch Radfahrer profitieren von ergänzendem Krafttraining und guter Beweglichkeit.
- Schmerzen und Taubheitsgefühle sollte man ernst nehmen – manchmal können bereits Veränderungen an Sitzposition oder Ergonomie einen großen Unterschied machen.
Auch deshalb hat die Verbindung zwischen Health Campus und Feine Räder an diesem Abend so gut funktioniert:
Der eine Blick galt dem Menschen, der andere dem Fahrrad – und am Ende müssen beide zusammenpassen.
Vielen Dank an Niclas Heumann und den Health Campus Regensburg für den spannenden und ausgesprochen praxisnahen Abend – und natürlich an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die vielen Fragen, das Mitmachen und die guten Gespräche.
Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet in unserem Beitrag „Radfahren & Gesundheit: MEHRRAD! bringt Körper und Fahrrad zusammen“ weitere Informationen rund um Belastung, Ergonomie, Regeneration und gesundes Radfahren.